Geschäfts- und Finanzierungsmodelle

Es gibt eine Reihe von verschiedenen Geschäftsmodellen, die die Erstellung, Verwaltung und Veröffentlichung von OER ermöglichen. Diese Modelle gehen gewöhnlich sowohl auf die ursprünglichen Absichten hinter einer solchen „Dienstleistung“ zurück als auch auf Finanzierungsmechanismen. Geschäftsmodelle müssen flexibel sein, sich schnell an Veränderungen anpassen können und nachhaltig sein. Viele bestehende OER-Dienstleistungen wurden mit einer „einmaligen“ Finanzierung ins Leben gerufen und basieren auf der altruistischen Idee, Ressourcen weltweit zugänglich zu machen. Nachhaltigkeit ist in den letzten Jahren zu einem wichtigen Thema geworden. Viele Dienstleistungen haben starke Gemeinschaften entwickelt, die durch den Austausch von Methoden und Ressourcen zusammenkommen und so die Nachhaltigkeit und kontinuierliche Entwicklung von OER fördern.

Geschäftsmodelle

Der Good Intentions report (klick!) untersuchte eine Reihe von Geschäftsmodellen zum Austausch von Lernressourcen (darunter internationale, nationale, institutionelle, bereichsbezogene und themenspezifische Ressourcen) und fand heraus, dass viele davon im Begriff waren, ihre Modelle mehr zu öffnen. Diese Studie untersuchte die Geschäftsmodelle anhand dreier Aspekte oder Untermodelle: 

  • Finanzierungsmodelle. Über die verschiedenen finanziellen Modelle könnte man sagen, dass sie die daraus entstehenden Dienstleistungen formen. Sie stellen jedoch auch das Element eines Geschäftsmodells dar, das präzisiert werden muss, während die Dienstleistungen verschiedene Entwicklungsphasen durchlaufen. Finanzierungsmodelle stehen in deutlichem Zusammenhang mit der Nachhaltigkeit von Dienstleistungen.

  • Dienstleistungsmodelle. Die Kenntnis des Marktes ist maßgeblich für alle Dienstleistungsmodelle. Wenn es bei dem Dienstleistungsmodell um den „Zugang zum Markt“ geht, leuchtet es ein, dass wir den Markt auch kennen sollten. Oft gibt es mehrere Ebenen eines Marktes – die primäre Gruppe/Gemeinschaft, auf die die Dienstleistung eng zugeschnitten ist und möglicherweise auch die Sekundärmärkte (diese sind entweder von Beginn an bekannt oder stellen sich im Laufe von Recherche/Nutzung heraus), denen die Dienstleistung dienen kann. Dies kann die zukünftige Entwicklung und zukünftige finanzielle Modelle beeinflussen, wenn der neue Markt in irgendeiner Weise auf die Finanzierung/Teilhabe vorbereitet wird. Ein Ergebnis der Entwicklung von OER für spezifische Märkte (oder Gruppen von Akteuren) kann sein, dass die Nutzung von Ressourcen entweder technisch oder pädagogisch nicht für größere Gruppen zugänglich ist.

  • Erzeuger/Verbraucher-Modell. Im Zusammenhang mit dem Austausch von Lernressourcen können Erzeuger und Verbraucher oft aus demselben Sektor, derselben Gemeinschaft oder derselben Gruppe stammen. Es gibt tatsächlich so viele verschiedene Situationen, in denen OER auf so unterschiedliche Weise verwendet werden, dass es nicht einmal in einer einzelnen Abteilung einer Institution einfach ist, ein allgemein gültiges Modell zu entwickeln. Die Gruppen, die beitragen, konsumieren vielleicht nicht; Verbraucher können auch Erzeuger sein, müssen es aber nicht.  

Alle diese Untermodelle werden von übergeordneten Fragen beeinflusst, darunter Fragen zum Wettbewerb und zur Auswahl; Vielfalt und Aktionsradius von Akteuren; Nachhaltigkeit; Anpassbarkeit und Flexibilität des Modells bei Veränderung; Partnerschaften und Netzwerke (Quelle)

Finanzierungsmodelle:

Stephen Downes (2007) kategorisiert neun verschiedene finanzielle Modelle oder OER-Initiativen, die folgendermaßen beschrieben werden:

  1. Stiftungsmodelle: Die Initiative erhält eine Grundfinanzierung.
  2. Mitgliedsmodelle: Jede Partnerorganisation steuert Mitgliedsbeiträge bei.
  3. Spendenmodelle: Die Initiative erhält Spenden.
  4. Umwandlungsmodell: Nutzer/Verbraucher zahlen Gebühren. 
  5. Beitragszahlermodell: Der Beitragende zahlt die Kosten für die Verwaltung des Beitrags und der Anbieter macht ihn frei zugänglich.
  6. Sponsoringmodelle, wie kommerzielle Werbung. 
  7. Institutionelle Modelle: Die Initiative wird intern von der Institution finanziert.
  8. Regierungsmodelle: Die Initiative erhält eine direkte Finanzierung von Regierungsbehörden. 
  9. Partnerschaft oder Austausch: Der Schwerpunkt liegt auf dem Teilen und Austauschen von Ressourcen.

 

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