Vernetzter Unterricht

Schon der Definition nach begünstigen OER die Zusammenarbeit der Ersteller, der Nutzer, derjenigen, die die Ressource verbessern und der Wiederverwender des Inhalts. Auch Open Pedagogies basieren stark auf dem Prinzip der Zusammenarbeit, besonders auf sozialen Medien. Das Center for Open Learning and Teaching (University of Mississippi) definiert Open Educational Practices (OEP) als Lehrmethoden, die die Lernenden in Online-Communities einführen, die auf der sogenannten Peer Production basieren. Solche Communities (zum Beispiel Wikipedia, YouTube, Open Street Map) hosten dynamische Communities und bieten eine vielseitige Lernumgebung.

Im folgenden Kapitel werden Sie etwas über Online Collaborative Learning lesen, einem sehr wirksamen Konzept, das die Motivation und das Engagement der Lernenden möglicherweise steigern kann.

  • Social and online collaborative learning (klick!)
„Wenn es richtig angewendet wird, kann gemeinsames Lernen online zu einem tiefgehenden, akademischen Lernen oder transformativem Lernen führen, und zwar genauso gut, wenn nicht sogar besser als die Diskussion im Unterrichtsraum auf dem Campus.“ Des Weiteren „kann es auch die Entwicklung einer Reihe von intellektuellen Fähigkeiten auf hohem Niveau fördern, wie zum Beispiel kritisches Denken, analytisches Denken, Darstellung und Beurteilung, bei denen es sich um Schlüsselqualifikationen für Lernende im digitalen Zeitalter handelt.“ (Bates T., 2015, Teaching in a digital age. BC Open Textbooks. Kapitel 4.4.)


Online Collaborative Learning ist ein wichtiges Beispiel dafür, was es bedeutet, „vernetzt zu unterrichten”. Andere typische Aktivitäten, die charakteristisch für Open Educators sind, sind eine auf Zusammenarbeit basierende Kursgestaltung, die Zusammenarbeit in der offenen Forschung und viele mehr. An erster Stelle ist die Präsenz in relevanten sozialen Netzwerken eine Grundvoraussetzung und es wird immer üblicher, mit Kollegen vernetzt zu sein, um Ideen und Wissen auszutauschen.

Vor diesem Hintergrund fragen Sie sich vielleicht: „Was ist ein Open Educator?”.

In seiner Arbeit Open-Creativity Cycle in Education diskutiert Martin Weller das Konzept des „offenen Lerners“’, dessen gesamte Herangehensweise an das Lernen, das Lehren und die Forschung, wie er sagt, von digitalen und vernetzten Technologien geprägt ist. 
Der Artikel stellt die These auf, dass ein offener Lerner wahrscheinlich:

  • Eine verteilte Online-Identität hat – durch die Benutzung einer Vielzahl an verschiedenen Diensten wird die Identität, abhängig von den Möglichkeiten, mit denen ein Individuum in Berührung kommt, verteilt.
  • Einen zentralen Ort für seine Identität hat – obwohl seine Identität verteilt ist, gibt es normalerweise einen zentralen Knotenpunkt, wie zum Beispiel einen Blog, ein Wiki oder eine Seite, die alle Dienste an zentraler Stelle sammelt (z. B. flavors.me).
  • Ein Online-Netzwerk aus Gleichgesinnten aufgebaut hat – der offene Lerner ist normalerweise über einen bevorzugten Dienst in sozialen Netzwerken aktiv (z. B. Twitter, Facebook, Friendfeed) und trägt regelmäßig zu diesem Netzwerk bei.
  • Eine persönliche Lernumgebung aus einer Reihe von Tools aufgebaut hat – der offene Lerner erstellt eine Rangliste seiner Lieblingstools nicht gemäß Richtlinien, die speziell auf die Errichtung einer persönlichen Lernumgebung ausgerichtet sind, sondern durch Versuch und Irrtum.
  • Sich am Open Publishing beteiligt – wenn er formelle Veröffentlichungen erstellt, sucht er eine offene Möglichkeit, um die Veröffentlichung zu verteilen. 
  • Eine Reihe von informellen Arbeitsleistungen erstellt – neben der Erstellung traditioneller Arbeitsleistungen produziert und erkundet der Lerner verschiedene Arten der Arbeitsleistung wie Video, Podcast, Slidecast etc.
  • Neue Technologien ausprobiert – es herrscht die Annahme, dass Technologie nicht feststehend ist und dass neue Technologien aus individueller Ad-hoc-Grundlage erkundet werden, um festzustellen, wo sie in den allgemeinen Bestand von Tools des Individuums passen. 
  • Persönliche und professionelle Arbeitsleistungen vermischt – soziale Netzwerke zeichnen sich durch die persönlichen Elemente aus, die die Teilnehmer dort preisgeben. Diese können als Haken angesehen werden, die Verbindungen entstehen lassen. Der offene Schüler vermischt bewusst persönliche und professionelle Beobachtungen, um ein effektiver Kommunikator innerhalb dieser Netzwerke zu sein und bemüht sich nicht, diese voneinander getrennt zu halten.
  • Neue Technologien zur Unterstützung des Lehrens und der Forschung nutzt – wenn er neue Technologien beurteilt oder übernimmt, macht er die Bewertung nicht nur an ihrem Nutzen auf persönlicher Basis fest, sondern auch daran, wie sie zur Unterstützung der professionellen Praxis genutzt werden können, zum Beispiel durch die Benutzung von Social Bookmarking für eine Forschungsgruppe oder zur Erstellung von Studentenportfolios aus Friendfeed.
  • Automatisch neuen Output erstellt und teilt – die Standardhandlung eines offenen Lerners ist es, Output auf dem jeweils passenden Weg zu teilen, ganz gleich, ob es sich um Präsentationen, Ideen, Vorschläge oder Veröffentlichungen handelt.

 

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