Exkurs: Die Entwicklung von Open-Content-Lizenzen

Als der Geist der Open-Source-Bewegung zum ersten Mal die Welt der Inhalte beeinflusste, wurden die ersten entsprechenden Lizenzen entwickelt. Die erste, genannt Open Content License (OCL), entstand 1998, wurde aber ein Jahr später von der Open Publication License (OPL) ersetzt.

Die ersten Ersteller dieser Lizenzen waren Experten in der Pädagogik, nicht im Bereich des Rechts. Somit bauten die beiden folgenden Lizenzen im Jahre 2002, GFDL (GNU Free Documentation License) und CC (Creative Commons), auf der Innovation ihres Vorgängers auf. Ganz im Sinne von „OpenContent ist tot. Lang lebe OpenContent“ erkannte der Ersteller von OPL die Qualität von Creative Commons im Jahr 2002 an und erklärte, dass die OPL-Lizenz in Zukunft nicht mehr weiterentwickelt werden würde. (Quelle)

GNU ist grundsätzlich eine Open-Source-Lizenz, die für Lizenzen für andere kreative Werke weiterentwickelt wurde. Die GNU-Lizenz für freie Dokumentation (GFDL) und CC-BY-SA sind, abgesehen von technischen Unterschieden, beinahe identisch. Der Hauptunterschied laut Creative Commons ist, dass jede Kopie eines unter der GFDL lizensierten Werkes eine vollständige Kopie der Lizenz enthalten muss. Bei Software wiegt das nicht weiter schwer, aber wenn jemand ein GFDL-Dokument ausdruckt, ist er rechtlich dazu verpflichtet, einen Ausdruck der Lizenz beizulegen. Dieser kann genau so lang wie das Dokument selbst sein. CC-BY-SA ist viel einfacher und verlangt nur die Zuweisung, die die Quelle nach sich zieht. Normalerweise ist das der Name der Quelle (z. B. „Practical Action“, „Appropedia” oder „Jodie Smith”), vielleicht ein Titel und ein Link.

Lesen Sie mehr unter: "GFDL vs. CC-by-sa" (click!)

Eine weitere interessante Entwicklung, was offene Lizenzen in Europa betrifft, ist die Open Government License des Vereinigten Königreichs. Sie gilt für viele, wenn auch nicht alle, sogenannte „Crown Copyright Works” und ist kompatibel mit der Lizenz mit dem Modul Namensnennung (CC-BY) von Creative Commons. Die Lizenz lässt sich auf Texte, Medien, Datenbanken und Quellcodes anwenden. Organisationen auf verschiedenen Ebenen innerhalb der Regierung des Vereinigten Königreichs nutzen diese Lizenz. Wer deren Werke wiederverwendet, muss die Quelle angeben.

Lesen Sie mehr unter: "Open Government Licence" (click!)

 

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