Urheberrecht und offene Lizenzierung

Urheberrecht ist ein rechtlicher Begriff, der die Rechte beschreibt, die Urhebern für ihr literarisches und/oder künstlerisches Werk verliehen werden. Die Arten von Werken, die vom Urheberrecht abgedeckt werden, sind sehr vielfältig und umfassen die meisten Inhalte, die in Lehr- und Lernmaterialien enthalten sind.

Das Urheberrecht ist automatisch. Sobald das geschaffene Werk in irgendeiner Weise erfasst wurde (z. B. niedergeschrieben oder aufgenommen), tritt das Urheberrecht in Kraft. Der Autor oder Urheber des Werkes ist automatisch der Eigentümer und hat die exklusiven Rechte zur Vervielfältigung, Verteilung, Aufführung, Ausstellung, Lizenzierung und Vorbereitung von abgeleiteten Werken auf Basis des urheberrechtlich geschützten Werkes. Die Grenze, die jemand anderes überschreiten muss, um Ausnahmen vom Urheberrecht zu umgehen und die Arbeit eines anderen zu benutzen (z. B. für Zitate), ist leider sehr unscharf. In den meisten Fällen ist die einzige Option, den rechtmäßigen Eigentümer zu kontaktieren und um Erlaubnis zu fragen.

Aufgabe 1

Relevante Begriffe, denen Sie im Zusammenhang mit Urheberrecht begegnen könnte, sind: Fair Use, Public Domain, gewerbliche Nutzung. Finden Sie Definitionen und Beispiele für diese Begriffe und teilen Sie Ihre Ergebnisse mit Quellenangaben auf unserer virtuellen Pinnwand.

LIZENZEN OFFENER INHALTE:

Lizenzen offener Inhalte (Open Content Licenses) sind dafür ausgerichtet, dass Urheber ihr Urheberrecht ausüben können und die Kontrolle über Ihr geistiges Eigentum sowie den Zugriff, den andere drauf haben, gleichermaßen steuern können.

„Ein rechtlicher Mechanismus, der unter dem Namen Content Licensing bekannt ist, wurde entwickelt, der Urheberrechtsinhabern die Fähigkeit gibt, ihre Inhalte mit der Welt zu teilen und so eine Zone oder einen Bereich im Internet einzurichten, wo rechtmäßiger und lückenloser Zugriff gegeben ist. (…) Wichtig ist auch, dass Open Content Licences als maschinenlesbare Metadaten dargestellt werden können, wodurch der Technologie ermöglicht wird, die rechtlichen Verpflichtungen zu verstehen, die zu einem bestimmten Dokument gehören.(…). Letztendlich herrscht die Auffassung, dass wir, wenn wir uns das heutige riesige Informationsangebot zunutze machen können, in einem weitaus größeren Umfang Probleme angehen und Einblicke und Lösungen schaffen können als in der Vergangenheit“. (Quelle)

Wichtiger Hinweis:
Im Bereich der Erwachsenenbildung müssen insbesondere Lehrer, Ausbilder, Tutoren oder Mentoren gut über die Rechte und Bestimmungen informiert sein, die ihnen von der Institution oder Organisation für die sie arbeiten, auferlegt werden. In manchen Institutionen kann zum Beispiel der Austausch von Material unter Kollegen erlaubt (oder sogar erwünscht) sein, die Freigabe von Ressourcen mit einer offenen Lizenz aber nicht!
Außerdem betrifft der Schutz des geistigen Eigentums nicht nur professionelle Lehrer, die Lehr- und Lernmaterialien erstellen oder umfunktionieren. Offene pädagogische Modelle beziehen den Schüler immer mehr bei der Entwicklung von Ressourcen mit ein (erfahren Sie mehr in Modul 5). Diese müssen daher ebenfalls über die Regeln des Urheberrechts aufgeklärt werden. Mehr Informationen zum Lehren von Urheberrecht finden Sie unter: www.teachingcopyright.org

 

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